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Lesezeit: 5 min | MĂ€rz 2018

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Product Design

Interview mit Ulrike Brandi

Was macht gutes Lichtdesign aus?

Ulrike Brandi

Ulrike Brandi ist eine international anerkannte Lichtdesignerin, Autorin und PĂ€dagogin. Zu ihren Arbeiten gehören die Beleuchtung der Elbphilharmonie in Hamburg, des Mercedes Benz Museums in Stuttgart, des Flughafens Pudong in Shanghai, des Museums Inam in Japan, der Royal Academy of Music in London, des Masterplans Licht fĂŒr die Stadt Rotterdam und des Rotterdamer Hauptbahnhofs.

iF: Sie sind Beleuchtungsspezialist. Was bedeutet das?

UB: Ich bin Lichtplaner mit dem Schwerpunkt Kunstlichtplanung in GebĂ€uden und im stĂ€dtischen Außenraum. Ich entwickle auch MasterplĂ€ne, wie zum Beispiel fĂŒr die Stadt Rotterdam oder die HafenCity hier in Hamburg. Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist das natĂŒrliche Tageslicht, das mir besonders am Herzen liegt, denn es ist unsere natĂŒrliche und schönste Lichtquelle.

iF: Was kann Licht (und was kann es nicht)?

UB: Licht kann fast alles. In der Architektur spielt die Beleuchtung eine große Rolle, denn ohne Licht können wir RĂ€ume nicht wahrnehmen. FĂŒr mich ist Licht ein Gestaltungselement, das vor allem die Emotionen anspricht: Es kann Schönes betonen, aber auch Unschönes verdecken.

iF: Aus der Sicht der Planung: Wann sollte man beim Bau eines neuen GebÀudes mit der Lichtplanung beginnen?

UB: Je frĂŒher, desto besser! Am besten ist es, wenn man die Lichtplaner von Anfang an mit einbezieht. Die RealitĂ€t sieht jedoch oft anders aus: Oft ist der Entwurf des Architekten bereits vorhanden und das Fachwissen des Lichtplaners wird erst spĂ€ter hinzugezogen. Wenn zu diesem Zeitpunkt noch eine gewisse Offenheit besteht, können wir anhand des Entwurfs des Architekten sagen, ob und wie sich das Licht verhalten wird und wie es Teil des Gesamtentwurfs werden kann.

iF: Was sind die Merkmale einer guten Lichtplanung?

UB : Aus meiner Sicht sind eine sinnvolle Lichtplanung und ein gutes Design direkt miteinander verbunden. Beide Disziplinen mĂŒssen eng miteinander verzahnt sein. Sie dĂŒrfen nicht unabhĂ€ngig voneinander sein. FĂŒr mich haben kĂŒnstlerisch auffĂ€llige, aufgesetzte oder plakative Lichtspektakel nichts mit guter Lichtgestaltung zu tun. Ich versuche, AtmosphĂ€ren zu schaffen, die durch ihre NatĂŒrlichkeit wirken. Eine AtmosphĂ€re, die als angenehm empfunden wird, in der man sich einfach wohlfĂŒhlt! Die zugrunde liegenden Konzepte werden erst auf den zweiten oder dritten Blick wahrgenommen. Das Licht sollte entspannend fĂŒr die Augen sein. Die Natur ist ein wunderbares Beispiel fĂŒr die unglaublich vielfĂ€ltigen Nuancen des Lichts.

iF: Welche Messen sind fĂŒr Lichtdesigner besonders spannend oder wichtig?

UB : Die weltweit wichtigste Messe ist fĂŒr uns die Light + Building in Frankfurt. Hier trifft man Experten aus der ganzen Welt - von Japan ĂŒber Mexiko bis zu den USA. Außerdem sind dort alle großen Lichthersteller vertreten. Tageslicht, BetriebsgerĂ€te und Steuerungssysteme - das sind die zentralen Themen unserer Branche.

"Licht kann ein VergnĂŒgen sein, wenn man sich Zeit nimmt, bestimmte PhĂ€nomene zu betrachten."

iF: Wie war es, bei Dieter Rams zu studieren? Was haben Sie konkret von ihm gelernt?

UB: Anstrengend. Er war sehr klar und sehr konsequent in den Anforderungen, die er an uns Studenten stellte. Er ist ein frischer, humorvoller Mensch. Manchmal hat er uns mit seinen Forderungen nach prĂ€zisen Zeichnungen und Radien gequĂ€lt. Ich habe unglaublich viel von ihm gelernt, zum Beispiel, wie wichtig es sein kann, hartnĂ€ckig zu sein. Das fĂ€llt den Menschen nicht immer leicht, aber es kann fĂŒr das Produkt oder das Projekt unglaublich viel bewirken. Erst spĂ€ter habe ich erkannt, wie wertvoll die Zeit mit ihm war.

iF: Haben Sie einen Rat fĂŒr junge Leute, die Design / Lichtdesign / Architektur studieren?

UB: Ja, nehmen Sie sich Zeit und beobachten Sie. Das ist das Wichtigste, wenn man mit Licht zu tun hat. Licht kann ein VergnĂŒgen sein, wenn man sich die Zeit nimmt, bestimmte PhĂ€nomene zu betrachten. Eine Kerze zum Beispiel oder die Schlieren des Sonnenlichts auf einer Fassade mit einer Feuerleiter, wie man sie aus den USA kennt. Was fĂŒr ein Genuss! Das nenne ich Augenschmaus. Licht kann man nicht einfach berechnen. Man muss es immer in Bezug zur RealitĂ€t setzen und die vielen Nuancen erkennen, die Berechnungen nie zeigen können. So baut man sich ein Repertoire an Wissen auf - eine Art innere Lichtbibliothek. Mit der Zeit gewinnt man an Erfahrung und kann die Dinge besser einschĂ€tzen - aber man kann immer noch sehr ĂŒberrascht werden. Licht und seine reflektierenden OberflĂ€chen sehen oft anders aus als erwartet. Zum GlĂŒck gibt es oft schöne Überraschungen.

iF : Wie war es, die Beleuchtung fĂŒr die Elbphilharmonie in Hamburg zu entwerfen?

UB: Das war eine gigantische Aufgabe! Ich habe mich wahnsinnig gefreut, weil es ein wunderschöner Ort ist, der ĂŒbrigens stark vom Tageslicht geprĂ€gt ist. Die lange Dauer des Projekts und die vielen Unterbrechungen waren fĂŒr uns Gestalter stressig. Man lebt mit einem solchen Projekt und will, dass es vorankommt. Aber das Ergebnis war großartig! Man spĂŒrt, wie sehr Licht und Architektur miteinander verwoben sind. Man kann dort hunderte von Konzerten besuchen und findet immer wieder neue Nuancen. Das macht mich glĂŒcklich.

iF: Welche Trends sehen Sie im Lichtdesign - entweder jetzt oder in der Vergangenheit? Sowohl gute als auch schlechte Trends.

UB : Als ich vor 30 Jahren anfing, gab es den Begriff "Lichtdesigner" - zumindest im deutschsprachigen Raum - so gut wie gar nicht. Seit 2000 gibt es viel mehr MasterplĂ€ne und richtige Lichtkonzepte fĂŒr StĂ€dte. Das spiegelt sich in einem gestiegenen Selbstbewusstsein der StĂ€dte wider, ihre schönen PlĂ€tze und GebĂ€ude zur Schau zu stellen und gleichzeitig - zum GlĂŒck - darauf zu achten, dass sie nicht zu viel Licht produzieren. Ich halte dies fĂŒr einen sehr wichtigen Trend.

Auch die Tageslichtplanung hat sich sehr stark entwickelt. Wir arbeiten an vielen Tageslichtprojekten. Das freut mich, weil es meiner Meinung nach das schönste, gesĂŒndeste und nachhaltigste Licht ist. Dem stehen Energiesparkonzepte entgegen - also die starke DĂ€mmung von GebĂ€uden, die uns immer weniger FensterflĂ€che beschert. NatĂŒrlich schreitet die Entwicklung von LEDs rasant voran und verĂ€ndert vor allem die Nacht. Lange Zeit gab es den Trend, alles in farbiges Licht zu tauchen. Ich finde das einfach schrecklich und furchtbar.

iF : Was verbirgt sich hinter der Bewegung fĂŒr intelligente Technologien?

UB : Smart Building wird immer mehr zu einem normalen Bestandteil unserer Projekte und hilft auch enorm in Bereichen wie Planung, Steuerung, Verbrauchssenkung, Wartung und Funktionskontrolle. Bei LEDs stellen wir fest, dass viele Komponenten nicht mehr repariert werden können, sondern ausgetauscht werden mĂŒssen. Das ist ein Nachteil, den ich auch bei der intelligenten GebĂ€udetechnik sehe, wenn wir ĂŒber Nachhaltigkeit nachdenken. Ich möchte selbst kein Smart Home haben, so lange ich es noch kann. Ich habe meine Bedenken bezĂŒglich der Datenspeicherung. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass die Welt so friedlich und demokratisch bleibt, wie sie es in den letzten Jahrzehnten war. FĂŒrs Erste bleibe ich bei meiner lustigen kleinen Direktfunksteuerung.

iF DESIGN AWARD Gold Winners "Lighting" 2018

Die Goldgewinner des iF DESIGN AWARD 2018 reprĂ€sentieren DesignansĂ€tze aus Nord und SĂŒd (Europa), die einerseits einen besonderen Sinn fĂŒr Schlichtheit und den Respekt vor der AuthentizitĂ€t der Beleuchtung haben und andererseits die Grenzen des Designs durch die Annahme technischer Herausforderungen erweitern.

ErklÀrung der Jury
"Ein ideales Beispiel dafĂŒr, dass bei einem Produkt die 'Form der Funktion folgt'. Die klare FunktionalitĂ€t ist die Grundlage fĂŒr eine poetische Form. Eine sehr funktionelle Leuchte mit einer sehr eleganten Form, andererseits ein Werk der Exzellenz, von der Verwendung der Materialien (Metall außen und Polycarbonat innen) bis zur hervorragenden LichtqualitĂ€t. Der sichtbare Kippmechanismus ist sehr gut gelöst."

1. Louis Poulsen YUH

Das Designerduo GamFratesi hat fĂŒr Louis Poulsen die mit Gold ausgezeichnete Leuchtenserie YOU entworfen. Die grĂ¶ĂŸte Herausforderung bestand darin, die Leuchte so zu gestalten, dass man sie in verschiedene Richtungen bewegen kann, wie die beiden Designer betonen. Gleichzeitig arbeiteten sie an drei verschiedenen Bewegungsarten in der Achse: Neigung, Drehung und Höhenverstellung.

2. Fluvia LOOP

Der Hersteller FLUVIA möchte den Lichtdesignern die volle KreativitĂ€t im Bereich der professionellen Beleuchtung ermöglichen und außergewöhnliche Leuchten anbieten. Loop, ein ikonisches Design von Estudi Antoni Arola fĂŒr Fluvia, das mit OLED-Technologie entwickelt wurde, ermöglicht es dem Benutzer, fantasievolle Kompositionen zu schaffen, indem er die Leuchten um 360Âș dreht.